Rabengeflüster

 (mit Anja Jäcke und Alex Wichert)

Fantasy Productions (2004)

 

Klappentext:

Al’Anfa im Rahjamond 1026 BF, die Wahlen zum Hohen Rat der Zwölf stehen vor der Tür. Eigentlich scheint alles geregelt: Die Sitze sind verteilt, noch ehe man die Urnen aufstellt. Doch plötzlich verstirbt eines der Ratsmitglieder – Zeit für den Patriarchen, ein Versprechen einzulösen und seinen Vertrauten Aurelian Bonareth in den Rat zu bringen. Doch auch Goldo Paligan hat Großes vor … Ein Intrigenspiel von höchster alanfanischer Güte beginnt.
Die Rebellen vom Visarberg wollen die Gunst der Stunde nutzen. Während die Granden miteinander um die Macht streiten, sammeln sie sich in den Straßen der Elendsviertel, um den verhassten Machthabern endgültig den Todesstoß zu versetzen.

 

Persönliches:

Rabengeflüster ist im Kielwasser der Meridiana-Spielhilfe erschienen. Zusammen mit Anja Jäcke und Alex Wichert habe ich in Al’Anfa einige Veränderungen vorgenommen. Mit diesem Roman wollten wir erklären, wie es dazu kam, und gleichzeitig mit Spielhilfe, Abenteueranthologie und Roman ein „Gesamtpaket Meridiana“ abliefern.

Ein Buch zu dritt zu schreiben, ist eine besondere Herausforderung. Es war daher ein genauer Szenenplan notwendig und eine Aufteilung, wer was übernimmt. Da wir bereits bei der Spielhilfe bestimmte „Lieblinge“ hatten, übernahmen wir diese auch im Roman. In meinem Fall waren das Aurelian Bonareth (der sich an einem Granden orientiert, den ich früher einmal gespielt habe) und Lucio ter Ubrecht mit seinem Rebellenhaufen. Dank akribischer Planung funktionierten die Übergänge erstaunlich gut. Einige Szenen (das Gespräch Irschan/ Aurelian auf dem Balkon und die Szene mit Kito in Irschans Turm) haben wir sogar per Mail im Wechsel geschrieben und anschließend leicht überarbeitet. Dafür traten andere Probleme auf, mit denen wir anfangs nicht gerechnet hatten: Letztendlich hat jeder ein anderes Kopfkino, und es fiel mitunter schwer, eine Szene, die man sich ganz anders vorgestellt hatte, in der Fassung des Coautoren zu akzeptieren. Erzählschwerpunkte wichen voneinander ab, und letztendlich auch der Stil.

Wir haben den Roman in zwei Monaten geschrieben, und ich habe mir danach geschworen, so etwas nie wieder zu machen (was angesichts meines heutigen Arbeitsumfelds auch nur möglich wäre, wenn ich mit einem komplizierten Beinbruch ein Vierteljahr krankgeschrieben wäre). Letztendlich ist es ein Roman für DSA-Spieler, die Al’Anfa und die Protagonisten kennen. Die Vielzahl an Perspektiven führt dazu, dass es kein richtiges Gut und Böse gibt; jede Figur hat ihre Motive und ihre Fehler, Charakterzüge, die sie gleichzeitig sympathisch und unsympathisch machen. Mir kommt so etwas entgegen, da ich weder strahlende Helden, noch ultraböse Harhar-Schurken mag. Es ist auch ein politischer Roman um Intrigen und Machtspiele, die nicht mit dem Degen in der Faust, sondern bei einem Glas Wein mit schönen Worten ausgefochten werden. Leider hatten wir auch hier keinen Einfluss auf das Cover, auch wenn uns der Jüngling durchaus gefiel.