Spielsteine der Götter

 

Fantasy Productions (2004)

 

Klappentext:

Donnerbach im Jahre 3 Hal. Schon immer träumte der junge Taron von Gratenbach davon, als Novize im Tempel der Göttin Rondra aufgenommen zu werden. Doch birgt dieser Weg viele Hindernisse, und bald schon muss Taron erkennen, dass die Weihe nicht die letzte Prüfung der grimmigen Leuin ist. Es beginnt eine gefährliche Gratwanderung zwischen Pflichterfüllung, Leidenschaft und jener seltsamen Wut, die tief in seinem Inneren schlummert, bis er endlich bereit ist, seinen eigenen Weg zu gehen und das Spiel der Göttin zu begreifen.

 

Persönliches:

Spielsteine der Götter war mein erster Roman, und im Nachhinein muss ich sagen, dass ich damals wirklich gar keine Ahnung hatte. Nachdem ich über einen Autorenwettbewerb Britta Neigel (damals Herz) kennengelernt hatte, habe ich sie einfach mal gefragt, ob Interesse an einem Roman bestehe. Ich hätte da etwas in der Schublade. Britta sagte nur „Schick ein Exposee“, und ich machte mich ans Werk, ohne zu wissen, was ich eigentlich abliefern sollte. Mein Exposee war zwei DinA4-Seiten lang, Times New Roman 12 Punkt ohne Zeilenabstand, und fasste mehr oder minder den Inhalt zusammen. Meine Idee wurde trotzdem genommen.

Den letzten Punkt habe ich bei meinen Eltern zu Hause am Küchentisch gesetzt (an das Gefühl, fertig zu sein, kann ich mich immer noch gut erinnern – grenzenlose Erleichterung, aber auch ein bisschen Wehmut, meine Figuren nun ihrer Wege ziehen lassen zu müssen). Allerdings war der Text zu lang, und da kam mir der Zufall in Gestalt von Alex Wichert zur Hilfe. Ich hatte Alex kurz zuvor bei der Arbeit an der Meridiana-Spielhilfe kennengelernt, und als ich erwähnte, dass ich gerade meinen Roman abgeschlossen hätte, hieß es nur „Schick mal rüber.“

Zurück kam eine Datei, in der (gefühlt) jedes zweite Wort rot eingefärbt war. Trotzdem meinte Alex, es sei wirklich gut, so sehe das halt aus, wenn man es gründlich lektoriert. Tatsächlich hatte Alex es geschafft, das Ding auf die gewünschte Länge zu kürzen, und machte mich gleich auf eine Reihe von Anfängerfehlern aufmerksam (Lieblingswörter, Pleonasmen, Show, don’t tell, Perspektive …). Ich habe wahnsinnig viel dabei gelernt und es trotz allem noch geschafft. das Manuskript rechtzeitig abzugeben.

Auf das Cover hatte ich leider keinen Einfluss. Es wurde nicht eigens für den Roman hergestellt, sondern bei einer Agentur geordert, wie es damals bei DSA-Romanen üblich war. Für das Autorenbild habe ich meine beste Freundin und Trauzeugin zwei Stunden lang durch Marburg gejagt, wobei wir zwei Filme verschossen haben (es leben die Digitalkameras …). Das tollte Gefühl aber war der Moment, als ich das Pakte mit den Belegexemplaren von der Post abholen konnte. Noch im Auto habe ich fieberhaft alles aufgerissen und konnte endlich mein erstes Buch in der Hand halten. Ein Gefühl, das sich nicht beschreiben lässt. Leider ist es in der Intensität bei den folgenden Romanen nicht mehr aufgetreten. Gespannte Aufregung, aber nicht dieses absolute Glücksgefühl. Das gibt es wohl nur beim Debüt, so gut oder schlecht es auch sein mag.

Inhaltlich orientiert sich Spielsteine der Götter an der Lebensgeschichte eines meiner Helden, besagter Taron von Gratenbach. Allerdings hat sich die Romanfigur gänzlich von allen gespielten Szenen gelöst, sodass von der Rollenspielfigur lediglich die Hintergrundgeschichte geblieben ist.

Wenn ich das Buch heute mit dem Abstand von sieben Jahren in die Hand nehme, muss ich sagen, dass ich einige Dinge und Szenen immer noch gut finde, andere heute aber gänzlich anders machen würde. Vor allem die Ausgestaltung der Nebenfiguren bleibt blass, weil ich mich zu stark auf meinen Protagonisten konzentriert habe. Auch würde ich aus der Geschichte eher einen Zwei- oder Dreiteiler machen, um die leidigen Zeitsprünge zu verhindern.

Es war ein Debüt, aus dem ich viel mitgenommen habe – und das mir letztendlich das Selbstvertrauen gegeben hat, einen Roman fertig schreiben zu können.